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WAZ Essen, 01.11.2009, Sabine Moseler-Worm
TV Ohligs 88 - Kettwig 70 36:36 (19:20) Kettwig 70: Sven Liebenau 8, Marcel Holland 5, Okan Yaldiz-Mertens 5/1, Phillip Hellmond 5/2, Thomas Vogt 4, Robin Flemmig 3, Christian Ramming 3, Daniel Hellenbrandt 2, Alexander Pütter 1.
Solingen. Ein zufriedener Trainer hört sich anders an. Nach dem Unentschieden gegen den TV Ohligs stellt Kettwig 70-Trainer Jens Leiß seiner Mannschaft kein gutes Zeugnis aus: „55 Minuten lang war unser Spiel eine einzige Katastrophe – vor der Leistung in den letzten fünf Minuten ziehe ich allerdings den Hut.”
Und diese letzten fünf Minuten hatten es wahrlich in sich. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Kettwig 70 zwar ordentlich getroffen, aber eine desolate Abwehrleistung gezeigt. Die Gäste lagen klar in Rückstand, als Kettwigs Torhüter Alex Pütter von seinem Gehäuse aus beim Ohligser Kollegen einnetzte – 30:34 (56. Minute); Phillip Hellmond verkürzte auf 32:36 und 33:36 (58. Minute) Thomas Vogt auf 34:36 (59. Minute) und Christian Ramming konnte gar den Ausgleich herstellen (60. Minute).
Nur noch wenige Sekunden waren zu spielen, die Gastgeber in Ballbesitz, schlossen mit einem gelungenen Torwurf ab – und jubelten. 37:36.
Oder doch nicht? Der Ohligser Zeitnehmer wies die Schiedsrichter darauf hin, dass das Tor nach Spielende gefallen sei. Kettwig 70 jubelte. 36:36. Doch jetzt entschieden die Unparteiischen auf Siebenmeter für den TV Ohligs, nahmen diese Entscheidung jedoch nach Rücksprache mit den Zeitnehmern und Mannschaftsverantwortlichen wieder zurück. Es blieb bei der Punkteteilung, die spät begonnene Aufholjagd der Kettwiger hatte sich letztendlich doch gelohnt.
Für Jens Leiß – siehe Textanfang - kein Grund für bedingungslose Freude: „Alex Pütter hat in der Schlussphase acht Tempogegenstöße gehalten. Das war enorm wichtig für uns. Aber das Spiel davor war einfach nur Schrott.” Das Debüt von Robin Flemmig (17), dessen Bruder Jens immer noch an einer Fußverletzung laboriert, hat dem engagierten Trainer allerdings gefallen: „Er ist ein großes Talent, muss aber noch eine Menge lernen.”
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